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Erster Baumkontrolleur bei der Stadt

Erster Baumkontrolleur bei der Stadt

Stefan Demandt Baumkontrolleur

Stefan Demandt vom städtischen Bauhof erntet für seine Arbeit oft erstaunte Blicke. Denn er steht mit Hammer und Zollstock ausgestattet auf Schulhöfen, in Kindergärten und auf Friedhöfen im Stadtgebiet, klopft Bäume ab und vermisst deren Stämme. Der Bauhofmitarbeiter ist seit Kurzem der erste Baumkontrolleur der Stadt.

Die Anzahl der Schützlinge, für die Stefan Demandt verantwortlich ist, ist groß. Insgesamt stehen 12.500 Bäume im Stadtgebiet auf öffentlichen Flächen und die wollen in regelmäßigen Abständen untersucht werden. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit der Bäume, sondern vordergründig um die Sicherheit von Menschen und Verkehrsteilnehmern. Denn Niemanden soll ein Ast auf den Kopf oder das Auto fallen. Bisher stand ein externer Dienstleister der Stadt bei diesen Untersuchungen zur Seite. Um die Kontrollen in Eigenregie durchführen zu können, musste ein Baumkontrolleur her. Diese Fortbildung hat Stefan Demandt absolviert und untersucht seitdem den städtischen Baumbestand. Entdeckt er einen Schaden oder ein Problem, meldet er es den Kollegen aus dem Bauhof, die sich dann darum kümmern.

In letzter Zeit hatten die reichlich zu tun. Denn bei einer Untersuchung aller städtischen Bäume im Stadtgebiet im vergangenen Jahr wurde bei jedem zweiten Baum ein Problem festgestellt, das behoben werden musste. Häufig gehört dazu das Entfernen von bereits abgestorbenem Holz, dem sogenannten „Totholz“. Oft wird auch das Lichtraumprofil freigeschnitten. Darunter versteht man das Stutzen der Bäume an der Straße oder an Gehwegen in der Breite und Höhe, so dass LKW und Fußgänger sie problemlos passieren können.

In letzter Zeit machen Stefan Demandt vor allem die Eschen Sorgen. Viele mussten gefällt werden, weil sie unter Eschentriebsterben litten. Dabei handelt es sich um einen Pilz, dessen Sporen die Bäume über die Luft aufnehmen. Junge Bäume haben mehr Probleme als ältere. „Im Stadtgebiet sind 80 Prozent der Eschen aktuell betroffen“, erklärt Stefan Demandt. Jeder Baum, der von der Stadt gefällt wird, wird wieder neu gepflanzt, teilweise allerdings an einer anderen Stelle.

Wann welcher Baum kontrolliert werden muss, ist unterschiedlich und abhängig von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter. Manche Bäume werden alle sechs Monate einer Prüfung unterzogen, andere alle drei Jahre. Bäume, die an Orten stehen, wo sich regelmäßig Menschen aufhalten, wie zum Beispiel auf Schul- oder Friedhöfen, werden häufiger kontrolliert. Der Kontroll-Turnus wird zusammen mit Informationen zum Standort und der Krankengeschichte in einem Baumkataster hinterlegt, das im vergangenen Jahr angelegt wurde. „Jeder Baum hat eine eigene Karteikarte, sozusagen eine Krankenakte“, erklärt Stefan Demandt. Wenn er zu einer Untersuchung hinausfährt, werden alle dabei gewonnenen Daten in dieser Karte eingetragen. Zum Beispiel klopft er regelmäßig den Baum ab, um zu erhören, ob der Stamm eventuell hohl ist. Außerdem werden Höhlungen vermessen und das Ergebnis notiert, um es mit früheren oder zukünftigen vergleichen zu können. Wenn der Baum stark geschädigt ist und viele Höhlungen hat, zieht die Stadt in Erwägung einen Habitatbaum aus ihm zu machen. Dann wird er zum Rückzugsort für Vögel, Insekten und Kleintiere. Bei 99 Prozent der Kontrollen ist es mit dieser visuellen Untersuchung getan. In Einzelfällen müssen aber verschiedene Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Ultraschallgerät, an den Baum angeschlossen werden. Und spätestens dann ist sich Stefan Demandt vom städtischen Bauhof aller Blicke sicher.

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