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Umweltfreundliche Unkrautvernichtung

Umweltfreundliche Unkrautvernichtung

Unkraut

Wie bekämpft man Unkraut effektiv und zeitgleich umweltfreundlich? Mit dieser Frage war die Stadt Bad Wünnenberg konfrontiert und hat daher eine Maschine angeschafft, mit der das ungeliebte Grünzeug auf eine ökologisch unbedenkliche Weise bekämpft wird. Denn: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist und bleibt verboten. Ob auf öffentlichen Flächen wie dem Schulhof, dem Sportplatz oder der privaten Einfahrt: Pflanzenschutzmittel, dazu zählt insbesondere das häufig verwendete und umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, dürfen nicht auf befestigten und versiegelten Flächen eingesetzt werden.

Der städtische Bauhof hat nach einem Weg gesucht, wie das Unkraut effektiv, zeitgleich jedoch umweltfreundlich beseitigt werden kann. Dabei ist er auf eine Arbeitsmaschine gestoßen, die das Unkraut thermisch bekämpft. Der „Infrarot-Heater 1000“ der Firma Adler wird vor einen Schlepper gehängt und ist mit zwei Infrarotplatten im vorderen Bereich ausgestattet, die durch Gas erhitzt werden. Sobald die grünen Lampen leuchten, ist die Betriebstemperatur erreicht und die Platten werden bis auf wenige Zentimeter über dem Boden abgesenkt. Mit 2 bis 4 km/h fährt nun Bauhofmitarbeiter Marcel Wächter mit dem Gerät über die Fläche, auf der das Unkraut aus dem Boden schießt. „Die Blätter werden erhitzt und die Eiweiß- bzw. Zellstruktur im Blatt dadurch zerstört“, erklärt Bauhofleiter Rolf Schäfer. Dafür sorgt die Kombination aus Infrarot-Strahlung und einer Temperatur von fast 1000 Grad. Die Wurzel fördert dennoch weiterhin Wasser in Richtung Blattzellen, die es jedoch nicht mehr aufnehmen können. Das Wasser verdunstet, die Blätter und Wurzeln oberhalb des Bodens vertrocknen und verfärben sich braun. Die Pflanze versucht dennoch weiter bis zur Ermüdung Wasser in die Blattzellen zu schicken – hierdurch wird erst die Schädigung der Pflanze bis in die Wurzeln erreicht. Dieser Effekt wird nicht beim Verbrennen des Unkrauts erzielt.

Nach der ersten Überfahrt sollte man einige Tage warten, bevor man die Wildkräuter mechanisch mit einer Bürste, entfernt. Setzt man die Maschine zum ersten Mal auf einer Fläche ein, muss der Vorgang innerhalb von ein bis zwei Wochen wiederholt werden, um eine effektive Wirkung zu erzielen. Denn: unterhalb der Oberfläche liegende Samen werden durch die Hitzeeinwirkung zunächst einmal zum Wachsen animiert. Daher ist der zweite Einsatz zeitnah nach dem ersten umzusetzen. Danach vergrößern sich die Intervalle auf etwa vier bis fünf Überfahrten pro Jahr.

Der städtische Bauhof setzt das Gerät auf allen Flächen ein. „Dazu zählen alle Schulhöfe, Aschebahnen, Sportplätze, Friedhöfe und sämtliche Pflasterflächen“, so Bauhofleiter Rolf Schäfer. Der Arbeitsaufwand erhöht sich allerdings, da Flächen mehrmals pro Jahr überfahren werden müssen. Aber die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Entfernung ist umweltfreundlich.

In diesem Zusammenhang weist die Stadt Bad Wünnenberg nochmals darauf hin, dass jeglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf versiegelten Flächen verboten ist. Spritzmittel sind einzig und allein auf gärtnerisch, land,- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen erlaubt. Dazu zählt vor allem das in Deutschland am häufigsten eingesetzte Pflanzengift Glyphosat, aber auch Mittel wie Biozide, Essig, Salz und andere Hausmittelchen.

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