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Integration vor Ort

Integration vor Ort

Artikel vom 06.12.2018

Wer auf den Alseny Aziano Sylla trifft, dem fallen zunächst die tollen Deutschkenntnisse des groß gewachsenen Mannes aus Guinea auf. Nach wenigen Minuten des Gesprächs ist das Gegenüber von Alseny Aziano Sylla allerdings von etwas ganz anderem gepackt: seiner unglaublich positiven Einstellung und seinem Willen, sich hier vor Ort in Haaren ein neues Leben aufzubauen.

Im Jahr 2014 kam er nach einer langen Reise in Bad Wünnenberg an. Er floh aus seinem Heimatland Guinea und gelangte über Belgien nach Deutschland. Die Stadtverwaltung brachte ihn in einer Flüchtlingsunterkunft in Helmern unter und bot ihm dann an, dass er den Bauhof der Stadt unterstützen könne. Für Alseny Aziano Sylla war sofort klar, dass er die Chance am Schopfe packen muss.

Durch die Arbeit beim städtischen Bauhof knüpfte er schnell Kontakte und lernte unter anderem Heiner Niggemeier kennen. Der frühere Fußballtrainer nahm ihn mit zum SV Haaren-Helmern, wo er schnell ins Team aufgenommen wurde. Heute ist er ein fester Bestandteil der ersten Mannschaft und kommt regelmäßig in der Kreisliga zum Einsatz.

Mit Unterstützung seiner neu gewonnen Teamkameraden habe er sich damals nach einer anderen Arbeit umgesehen. Sein Gedanke dahinter: „Ich wollte nicht weiterhin Geld von der Stadt bekommen, sondern selbstständig meinen eigenen Lohn verdienen.“  Ein Teamkamerad, der bei der Firma Wächter Packautomatik in Haaren angestellt ist, sowie dessen Frau unterstützten Alseny Aziano Sylla, zum Beispiel bei der Erstellung eines Lebenslaufs. Durch den Kontakt erhielt er die Chance, ein Praktikum bei dem Unternehmen aus Haaren zu absolvieren. 

Nach einer sich anschließenden Einstiegsqualifikation über mehrere Monate, entschied sich die Firma Wächter Packautomatik ihm eine Lehrstelle anzubieten. Im August 2016 begann er die Ausbildung zum Feinwerkmechaniker Fachrichtung Maschinenbau. „Im Unternehmen bin ich sehr gut aufgenommen worden“, erklärt er. Jedoch hätten die Sprachbarrieren es ihm nicht immer leicht gemacht. Vor allem zu Beginn seiner Arbeit habe er noch wenig verstanden und sich nicht gut mitteilen können. Doch der junge Mann wollte es unbedingt schaffen und hat diese schwierige Zeit durchgestanden. Durch Kontakte im Unternehmen und beim Fußball hat er immer mehr gelernt. Zudem konnte er auf Unterstützung seines Arbeitgebers sowie der Lehrer setzen und dank des Nachhilfe- und Deutschunterrichts schwinden die Probleme in diesem Bereich zusehends. Die Zwischenprüfung hat er mit der Note 2 absolviert. „Wir sind sehr stolz auf ihn“, erklärt Irina Wächter.

Die Erfolge, die Alseny Aziano Sylla mit der gelungenen Zwischenprüfung und seinen immer besser werdenden Deutschkenntnissen nun feiert, sind auch der Lohn für sein eigenes Engagement. Nach der Arbeit setzt er sich Zuhause an den Schreibtisch, lernt dort weiter und liest deutschsprachige Bücher, um die Sprache noch besser zu erlernen. Der angesprochene Schreibtisch steht übrigens in Haaren. Selbstständig hat er sich eine eigene Bleibe gesucht, das war ihm wichtig. Dort hat er die nötige Ruhe um zu lernen. Auch neben der Arbeit ist er in Haaren bestens integriert und hilft zum Beispiel seit Jahren bei Veranstaltungen im Ort.

„Der Weg von Alseny Aziano Sylla ist sehr bemerkenswert und wir würden gerne langfristig mit ihm planen“, erklärt Irina Wächter, deren Unternehmen alles daran setzt, ihn zu unterstützen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels seien sie auf gute Mitarbeiter angewiesen. Allerdings steht noch ein hohes Hindernis vor der Zukunft in Haaren. Seine Aufenthaltsgenehmigung gilt nur bis zum Abschluss seiner Ausbildung. Sehr gerne würde er hier bleiben. „Wir werden für ihn kämpfen“, sagt Irina Wächter.

Alseny Aziano Sylla steckt trotz der unsicheren Zukunft den Kopf nicht in den Sand: „Man muss im Kopf immer positiv bleiben und nach vorne schauen“, erklärt er. Dass er das kann, hat er schon mehrmals bewiesen. Ein Paradebeispiel für gelungene Integration.

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